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Schrittweiser Abzug der Bundeswehr ab 2011? PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 16.07.2010

Bundesaußenminister Guido Westerwelle spricht neuerlich, doch etwas überraschend, über Rückzugspläne der deutschen Verbände aus Afghanistan. Die Presse vermeldet, dass die Bundeswehr ab 2011 bisher von ihr kontrollierte Provinzen an die afghanischen Sicherheitskräfte übergibt. Ein Start für den dann längst überfälligen Truppenabzug bereits im nächsten Jahr?

Doch beim genaueren Lesen der Meldungen werden die gewohnten Wortspielchen schnell durchschaubar. Einzig eine bisher von der Bundeswehr kontrollierte Provinz im Norden des Landes soll in 2011 der Kontrolle der afghanischen Sicherheitsbehörden übergeben werden. Wer allerdings deren Zustand und Loyalität kennt, weiß dass diese dort niemals die alleinige Kontrolle übernehmen können. Zu groß sind Korruption und Unwillen für den Westen zu arbeiten in Kreisen von Armee und Polizei.  Es ist daher mehr als offensichtlich, dass auch weiterhin starke ausländische Verbände in dieser Provinz verweilen werden.

Wesentlich verschwommener und typisch für deutsche Politiker dieser Zeit eine weitere Aussage Westerwelles. Demnach sollen bis 2013 Pläne für den schrittweisen Abzug der Bundeswehr geschaffen werden. Pläne für einen schrittweisen Abzug schaffen? Hört sich nicht sehr verbindlich an und deutet auf eine noch jahrelange Beteiligung der Bundeswehr hin. Während die Amerikaner, glaubt man es ob man wolle, bereits im nächsten Jahr mit dem Abzug ihrer Soldaten beginnen, planen deutschen Militärstrategen diesen für ihre Soldaten zunächst bis zum Jahre 2013 einmal. Auch dies dürfte nicht der Wahrheit entsprechen, denn für ein deutsches Ende an der Beteiligung der ISAF-Intervention dürften wohl die Signale nicht aus dem eigenen Land kommen.

Vielmehr werden USA und NATO bestimmen und dirigieren und es läuft alles darauf hinaus, dass unsere Soldaten noch lange Zeit in Afghanistan verheizt werden.  Denn die momentane Lage deutet anhaltet nicht auf die vom Westen dauerhaft gewollte Kontrolle des Landes hin.