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Wikileaks und weitere geheime Afghanistan-Dokumente? PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 08.08.2010

Die durch Wikileaks veröffentlichten und streng geheimen Dokumente zum Afghanistan-Einsatz vor geraumer Zeit, haben der US-Regierung und dem US-Militär scheinbar erheblichen Schaden eingebracht. So forderte der derzeitige US-Präsident Barack Obama eine sofortige Abschaltung der Internetplattform und eine konsequente Strafverfolgung der möglichen Hintermänner.

Begründet wird dieses seitens der US-Regierung unter Anderem damit, dass Wikileaks laut amerikanischen Gesetzen kein existierendes Medienunternehmen darstellt und in diesem Fall eine Veröffentlichung streng geheimer Dokumente eine schwere Straftat darstellt! Desweiteren werden die Wikileaks-Mitarbeiter beschuldigt mit diesen veröffentlichten Dokumenten und weiteren bisher nicht öffentlich zugänglichen Informationen, Terroristen in aller Welt zu unterstützen und den weiter andauernden vermeintlichen Krieg gegen den Terror zu gefährden.

So wurde bereits ein vermeintlicher Mitarbeiter der Internetplattform Wikileaks und IT-Experte, der im Verdacht steht an der Veröffentlichung der geheimen Dokumente zum Afghanistan-Einsatz beteiligt zu sein, erst kürzlich von 2 Agenten des US-Geheimdienstes bei seiner Ankunft in New Jersey für 3 Stunden ohne die Angabe von Gründen festgehalten, vernommen, durchsucht und 1 tragbarer Rechner, sowie 3 Mobiltelefone bei ihm beschlagnahmt.

Auf der Internetplattform von Wikileaks, ist unterdessen, als Reaktion auf die doch erheblichen Androhungen und Beschattungen einiger Personen durch Geheimdiensmitarbeiter, eine weitere und 1,4 GB große Datei mit dem Namen "Insurance" (deutsch: Versicherung) veröffentlicht worden, die seit geraumer Zeit zum Herunterladen verfügbar ist. Diese Datei wurde mit dem Standard AES-256 verschlüsselt und ist ohne dazugehöriges Passwort nicht zu öffnen. Dieses Verfahren gilt derzeit als so sicher, dass selbst der amerikanische Geheimdienst NSA ihn zur Verschlüsselung streng geheimer Dokumente verwendet.

Man versucht sich nun durch die Veröffentlichung der Datei im Weltnetz weiteren Androhungen der US-Regierung, der Geheimdienste und des Militärs zu entziehen, für den Fall das Wikileaks-Gründer Julian Assange oder anderen Hintermännern irgendetwas zu stoßen sollte. Sollte ein solcher Fall tatsächlich eintreten, wäre die schnelle Verbreitung des Passwortes und somit die Entschlüssung der Datei möglich.

Julian Assange selbst hatte erklärt, man habe bisher nur einen Teil der erhaltenen Daten veröffentlicht. Insgesamt 15.000 Dokumente jedoch aus Sorge um die Sicherheit von Betroffenen zurückgehalten. Auf verschiedensten Internetplattformen wird nun spekuliert, dass sich in den 1,4 Gigabyte noch mehr und möglicherweise weiteres brisantes Material verberge oder ob Wikileaks somit versucht nur die US-Regierung weiterhin erfolgreich unter Druck setzen. Nachfragen zu dieser Datei werden von Wikileaks zum derzeitigen Stand nicht beantwortet.

Sollten tatsächlich weitere streng geheime Dokumente im Besitz der Wikileaks-Verantwortlichen sein, wird es mit Sicherheit auch nur eine Frage der Zeit sein, wann und in welchem Umfang diese Dateien im Weltnetz veröffentlicht werden und somit wohlmöglich den Druck auf die US-Regierung weiter erhöhen werden. Wir dürfen also gespannt sein ...