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Psychische Abgründe nach Auslandseinsätzen! PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 12.06.2011

Wie erst kürzlich bekannt wurde, haben Bundeswehrsoldaten bei den Unruhen im afghanischen Talokan Mitte Mai diesen Jahres nicht einen, sondern drei Demonstranten erschossen. Damals war die Lage nach einer Trauerfeier für durch amerikanische Militärs ermordete Einheimische stark eskaliert. Demonstranten sollen mit Molotow-Cocktails und Handgranaten auf die Besatzer geworfen haben. Dabei sollen zwei deutsche ISAF-Soldaten verletzt wurden sein. Die Gefühlsebene die ein bei solchen Vorfällen Eingesetzter durchleidet sind dabei schwer wiederzugeben oftmals aber nachhaltig prägend. Lebenslang nachhaltig prägend!

Einer aktuellen Studie der Technischen Universität Dresden zufolge leiden 2 Prozent aller im Jahr 2009 an Auslandseinsätzen beteiligten Bundeswehrangehörigen an PTSB – einer durch Kriegseinwirkung bedingten Posttraumatischen Belastungsstörung. Untersucht wurden 1.488 Soldatinnen und Soldaten die im Jahr ihren Dienst in Afghanistan ableisteten. In Zahlen würde dies bedeuten, dass von den circa 6.000 in 2009 im Ausland eingesetzten Soldaten etwa 300 mit akuten Folgen oft weit nach Ende ihrer Einsätze zu kämpfen hätten. Imposant: Bisher ging man von einer Quote von etwa 1 Prozent aus.

Die Dunkelziffer der Soldaten die nach ihrer Rückkehr ohne professionelle Hilfe mit diesen oft tiefgreifenden Belastungen allein gelassen werden ist demnach mit 1 Prozent (in 2009 etwa 150 Soldaten) bedenklich hoch.

Besonders prägende Ereignisse – sicherlich leicht nachzuvollziehen – waren bewaffnete Bedrohungen, militärische Kampfereignisse und lebensbedrohliche Unfälle. Fälle wie sie in den letzten Wochen und Monaten immer wieder fast schon an der Tagesordnung sind.

Im Vergleich zu den wesentlich offensiver vorgehenden Besatzern aus den USA oder England ist diese Rate freilich gering. Aufgrund der vielen und blutigen Kampfhandlungen sowie der wesentlich längeren Einsatzdauer (bei US-Soldaten etwa 2 Jahre) beträgt beispielsweise die Zahl der an PTSB erkrankten Amerikaner bei Soldaten im Afghanistaneinsatz zwischen 15 – 25 Prozent.

Dennoch fragen wir uns, ob es weiterhin zu rechtfertigen ist unsere Jungs diesen Belastungen auszusetzen. Belastungen die später nicht nur sie, sondern ebenso ihr familiäres Umfeld strapazieren können. Die Erscheinungen sind dabei vielfältig. Als direkte Auswirkung auf das Erlebte geben die Mehrzahl der deutschen Betroffenen an:

 

  • somatoforme Störungen (Müdigkeit, Erschöpfung, Schmerzsymptome, Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Beschwerden die sich nicht auf organische Erkrankung zurückführen lassen)
  • Angststörungen
  • Schlafstörungen
  • Substanzstörungen


Warum wir dies in Kauf nehmen? Eine nachvollziehbare Antwort bleiben uns die Verantwortlichen für den blutigen, scheinbar ewig währenden Einsatz über die Jahre schuldig. Und ihr - in der Mehrzahl jungen Leute - dürft es ausbaden; als Opfer ihrer verlogenen Interessenpolitik die unsere Bundeswehr lediglich zu einem Vasallenheer weltweit agierender Söldner degradiert. Einzig für ihre Interessen opfert ihr euer Leben oder eure Zukunft, für ihren Profit, für ihren Weltherrschaftsanspruch. Wir fragen euch: Ist es das wert?

Macht Schluss damit! Bundeswehr raus aus Afghanistan – Besatzer raus aus Deutschland!