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Angriff auf NATO-Hauptquartier und US-Botschaft – Aufständische in Kabul! PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 20.09.2011

Während auch der recht blasse Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei seinem aktuellen Truppenbesuch in Afghanistan keine detaillierten Angaben über einen deutschen Truppenabzug machen will oder kann, starteten die einheimischen Widerstandskämpfer in den letzten Tagen voll durch.

In der vergangenen Woche unternahmen sie einen Großangriff auf das Diplomatenviertel der Hauptstadt Kabul. Dort wurden keine geringeren Ziele als die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier direkt beschossen. Es dauerte über 20 Stunden bis die besatzerhörigen Sicherheitskräfte die Lage bereinigt hatten. Genauer sollen sich eine unbestimmte Zahl von Männern durch die engen Sicherheitskontrollen in das abgeriegelte Viertel begeben haben. Ob sie sich dafür tatsächlich in Hollywood-Manier als Frauen verkleideten bleibt unbestätigt. Weiterhin verschanzten sie sich in einem noch im Rohbau befindlichen Hochhaus und feuerten von dort aus auf die erwähnten Gebäude. Panzerabwehrraketen sollen – wenn auch wenig effizient – gegen die westlichen Machtzentren eingesetzt wurden sein. 

Offiziellen Verlautbarungen folgend soll es 27 Opfer gegeben haben. Darunter auch Angehörige der afghanischen Armee und Polizei. Ob ISAF-Angehörige getötet oder verletzt wurden ist bislang unklar. Viel höher dürfte für die Angreifer einmal mehr der propagandistische Erfolg zu bewerten sein.

Da der Angriff aber selbst in der gut gesicherten Hauptstadt Kabul keine Eintagsfliege war, möchten wir an dieser Stelle anmerken, dass bereits vor einem Monat das Büro der britischen Kulturorganisation „British Council“ zerstört wurde. Durch ein mit Sprengstoff beladenes Auto waren am afghanischen Unabhängigkeitstag zehn Menschen, überwiegend Polizisten, getötet wurden.