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Der Tod ist kein Geschenk! PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 29.12.2010

Der Winter hält auch in Afghanistan Einzug. Wenn auch nicht ganz so kalt wie in unseren Weiten so sinken die nächtlichen Temperaturen mittlerweile auch dort unter die 0 Grad-Grenze. Schnee ward es also nicht, der sich rot färbte beim erneuten Tod zweier Deutscher. Wurde ein Bundeswehrsoldat bereits am vergangen Freitag (17. Dezember) getötet, starb ein 47jähriger Entwicklungshelfer am Heiligabend. Die Trauer und der Schock bleiben einmal mehr. Wieder zwei Leben ausgelöscht, wieder trauernde Eltern, Freunde und Bekannten. Sie werden ihre Liebsten nie wieder sehen.

Die Toten

Nach seiner Ausbildung zum Estrichleger verpflichtete sich Oliver für zwei Jahre beim Bund. Seit Oktober 2010 ist er mit seinem 232 Gebirgsjäger-Bataillon im Afghanistan-Einsatz. Am Freitag endet sein Leben auf tragische Weise. Wohlbehalten von einem wie so oft brisanten Einsatz zurückgekehrt reinigen die Soldaten ihre Waffen – da passiert das Unglück. Aus der Waffe eines Kameraden löst sich ein Schuss und trifft Oliver fatal. Sofortige Notversorgung und die Überführung in ein Krankenhaus bleiben erfolglos – Oliver stirbt wenig später.

Ein Unfall wie er beim wenn auch streng reglementierten hantieren mit Waffen passiert, aber nicht passieren soll. Doch noch schlimmer: Es trifft nicht allein den 21jährigen der als Junge mit seinen Eltern aus Mitteldeutschland nach Bayern zog. Das zweite Opfer jedoch lebt und trägt an diesem Tag keine äußeren Blessuren davon. Doch wer möchte in der Haut des Verursachers, des versehentlichen Schützen stecken. Die Schuld und Last die ihm in einem Bruchteil von Sekunden auf die Schulter geladen wurden, wird es sie je überwinden?

Ein 47jähriger Neubrandenburger Entwicklungshelfer war als Berater für die KfW-Entwicklungsbank in Afghanistan tätig. Warum eine deutsche Bank in Afghanistan tätig ist? Die KfW-Entwicklungsbank bewerkstelligt bzw. koordiniert verschiedene Projekte im Rahmen der sogenannten Entwicklungs- und Aufbauarbeit; nicht gern gesehen bei vielen Afghanen. Die Gelder kommen dabei aus Bundesmitteln, sprich sind deutsche Steuereinnahmen. Doch die KfW-Bank ist auch, wohl nicht ganz so uneigennützig, maßgeblich in den Aufbau eines breiteren afghanischen Bank- und Kreditmarktes involviert. Im konkreten Fall jedenfalls, koordinierte der Getötete den Bau einer Straße von Kholm nach Kunduz als sein Wagen am 24. Dezember von Aufständischen beschossen wird. Der schwer verletzte Mann, übrigens mit einer Chinesin verheiratet, verstarb Stunden später im Bundeswehrlager Marmal.

Während Blitzlichtgewitter und Fernsehkameras den Afghanistan-Besuchern in Form hiesiger BRD-Politprominenz den Weg ebnen, bluten unsere Jungs weiter. Und bei allen schönen Bildern und menschlichen Gesten - Niemand kommt scheinbar auf die Idee sie dort heraus zu holen, niemand!