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Patrouille ohne Wiederkehr PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 26.02.2010

Die Nacht zog sich wieder einmal schier endlos in die Länge. In seiner Zeit bei der Bundeswehr war er, abgesehen von ein paar Wochen vornehmlich in seiner Grundausbildung, zwar an die Ruhe verbunden mit viel Schlaf und wenig körperlicher Anstrengung gewöhnt, aber seit seiner Verlegung nach Afghanistan machte ihm diese wirklich zu schaffen. Er wälzte sich, seit Stunden so schien es ihm, von einer Seite auf die andere. Auch die bewusst hohe Verausgabung während der täglichen Stunde im campeigenen Fitnessstudio sorgte nicht dafür, seinem Körper ein Verlangen nach nächtlicher Ruhe und tiefem Schlaf zu verleihen. Immer dieselben Gedenken hämmerten ungewollt in seinem Schädel. Gedanken an seine Frau, an ihren gemeinsamen Sohn und daran was er hier, weit weg von der Heimat eigentlich trieb, bohrten immer wieder nach.

Er versuchte sich zu beruhigen, dachte an die wenigen noch verbleibenden Wochen des Einsatzes und vor allem an den hohen Sold den er dafür bekam. Ein großer Schritt zur Verwirklichung ihres großen Traums - das Häuschen im Grünen. Viele müssen schließlich für das Geld was er für die Zeit hier am Hindukusch bekommt viele, viele Jahre arbeiten. Aber trotzdem, die Zeit hier machte ihm alles andere als Freude, freilich behielt er es für sich aber es war offensichtlich: er hatte Heimweh! Oft dachte er an die Heimat, an seine Freunde, seine Frau aber vor allem an seinen Sohn - depressive Gedanken bestimmten ganze Tage in dieser fremden Welt, in diesem fremden Elend. Irgendwann schlief er dennoch ein...

Als am Morgen der Weckruf erklingt war ihm, als wäre er gerade vor wenigen Minuten eingeschlafen. Wenigstens würde der heutige Tag etwas Abwechslung bringen im ansonsten oft öden Campleben unter strengsten Sicherheitsbestimmungen. Eine Patrouillenfahrt in die Berge, wie vorgesehen zur Erkundung der Lage, bietet grundsätzlich genug Anspannung um sich von den verwirrenden Gedanken wenigstens für ein paar Stunden zu verabschieden. Fortwährende Angriffe aus dem Hinterhalt, Autobomben, Schüsse aus dem Hinterhalt, Mienen, stetige Unruhen und Feindseligkeiten der Bevölkerung bieten genug Anlass zu Vorsicht und Wachsamkeit...

Auf einer Patrouillenfahrt wurden bei einem starken Feuergefecht mit aufständischen Rebellen am 23.06.2009 die drei Bundeswehrangehörigen Martin Brunn (aus dem anhaltinischen Nessa), Alexander Schleiernick und Oleg Meiling getötet. Während des Gefechts stürzt ihr Panzer vom Typ „Fuchs“ einen tiefen Abhang hinunter und wurde so zum tonnenschweren Sarg für die drei jungen Soldaten.