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Afghanistan - Alptraum der Roten Armee PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 17.04.2010

Für manchen legendär für andere desaströs – in Afghanistan sorgten schon häufig über einen langen Zeitraum anhaltende kriegerische Auseinandersetzungen für das Interesse der Welt. Noch heute sagenhaft, die desaströs verlaufene Invasion der UdSSR… Nachdem in Afghanistan im Jahr 1978 die sehr ostblockfreundliche Demokratische Volkspartei Afghanistans die Regierung übernahm kam es sofort zu umfangreichen durch die USA gesteuerten bzw. von dort großflächig unterstützten Gegenmaßnahmen.

Dazu muss man wissen, dass Afghanistan seit jeher, vor allem bedingt durch seine zentrale Lage, in den Interessensphären der Weltmächte liegt. Zur Zeit des Kalten Krieges ebenso wie im Jahre 2010 wo wir – so glaubt man den Systemmedien – die Zahl der weltweiten „Schurkenstaaten“ nahezu an einer Hand abzählen können.

Die von den USA hochgerüsteten sogenannten Mudschahidin-Gruppen (auch Mujahedin) schafften im ohnehin stets unruhigen Afghanistan schnell einen starken Gegenpol zu den kommunistischen Bestrebungen der Regierenden. Wie heute auch, lehnten die Rebellen die angestrebte Verweltlichung (Liberalisierung) der strengen Glaubensvorschriften wie auch den Kommunismus grundsätzlich ab.   In weiterer Folge kam es im September 1979 zum Bürgerkrieg. Um die gewonnenen positiven Einflüsse die eine weitere Kontrolle des Landes voraussetzten nicht wieder zu verlieren, entschloss sich die UdSSR zum Einmarsch.

Am 2. Weihnachtsfeiertag 1979 landeten die ersten 7.500 Elitesoldaten in der Hauptstadt Kabul. Bereits zwei Monate später standen über 85.000 Soldaten der Roten Armee in Afghanistan. Die Truppenstärke wurde bis 1988 sogar bis auf fast 120.000 Mann vergrößert. Dieses Vorgehen – dessen Beweggrund im Nachhinein betrachtet freilich von den USA unterstützt wurde - führte damals zum absoluten Eklat zwischen den verfeindeten Weltmächten USA und UdSSR. Wieder einmal stand die Welt vor einem sich anbahnenden Atomkrieg zwischen Ost- und Westblock, bzw. Warschauer Pakt und NATO. Als direkte Auswirkung boykottierte der gesamte Westblock die Olympischen Winterspiele 1980 in Moskau bzw. Talinn.

Der Kampf in Afghanistan wurde von Beginn an sehr verbissen und brutal geführt, große Teile der afghanischen Bevölkerung unterstützten dabei die Mudschahidin. Ähnlich den heutigen Zuständen, gelang es auch den Sowjettruppen schnell große Städte und wichtige Straßen zu kontrollieren. Über den großen, sehr weiträumigen, unerschlossenen und unwegsamen Teil des Landes bekamen sie jedoch nie eine gewisse Übersicht.

Circa ab 1982 waren die Verhältnisse in einem immer brutaler geführten Krieg schließlich ausgeglichen. Auch hier war es der 1986 gewählte Michail Gorbatschow der nach immer neuen Rückschlägen ankündigte die Intervention beenden zu wollen.  Zu diesem Zeitpunkt hatten die Sowjets selbst ihre Luftüberlegenheit verloren. Hintergrund hierfür war die Lieferung unzähliger amerikanischer Stinger-Raketen (damals revolutionäre leichte Luftabwehrrakete mit einer Treffsicherheit von bis zu 80% die zum Beispiel aus der Hand abgeschossen werden kann) durch die CIA. Allein diese verhalfen den Rebellen zum Abschuss von über  250 sowjetischen Flugzeugen und Hubschraubern.

1988 unterzeichneten schließlich die kriegsmüden Parteien  einen Vertrag in dem sowohl USA wie auch UdSSR den Verzicht auf jegliche innerafghanische Einmischung erklärten.  Ab Mai 1988 begann der völlig unkoordinierte Abzug der total zermürbten Roten Armee.  Da die Mudschahidin den Friedensschluss nicht anerkannten, flammten die Kämpfe im Juli 1988 nochmal auf. Erst Ende Februar 1989 war das Land endgültig beräumt – keine der beiden Weltmächte konnte einen sichtlichen Erfolg verzeichnen. Über 1 Millionen Afghanen und 17.000 Sowjetsoldaten wurden getötet.

Ironie der Geschichte: Sehr viele von den USA gelieferte Waffen blieben im Land zurück, Versuche amerikanischer Geheimdienstler diese in den Folgejahren für hohe Dollarbeträge zurück zu kaufen blieben wenig erfolgsgekrönt. Die Waffen werden zum Teil noch heute gegen die aktuellen Invasoren eingesetzt…