Oder auch:  www.jn-sa.de  |  www.aktion-widerstand.de
Der ISAF-Einsatz in Afghanistan - Hintergründe PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 17.04.2010

Vorgeschichte
Bereits an anderer Stelle veröffentlichten wir Hintergründe der unrühmlichen sowjetischen Militäroperation in Afghanistan deren Ende ein überstürzter Truppenabzug im Jahr 1988/1989 bildete. Auch danach kam das Land nie zur Ruhe. Die damals, dank massiver amerikanischer Waffenlieferungen, siegreich aus den Kämpfen hervorgegangenen Mudjahidin-Gruppen gingen weiterhin gegen die ohnehin nie wirklich einflussreichen afghanischen Regierungen vor. Kriegszustand und Putschversuche waren die Folge. Schließlich hatte 1992 die Mudjahidin den größten Teil Afghanistans unter ihre Kontrolle gebracht. Diese teilten, inzwischen untereinander stark zerstritten, das Land in sechs Einflussbereiche der jeweiligen Anführer („Warlords“).  Die Kämpfe untereinander aber flammten so stark auf, dass schließlich ein neuer Bürgerkrieg den kaum beendeten ablöste.  1996 gingen daraus siegreich die maßgeblich aus Pakistan aber auch den USA unterstützten Taliban hervor. Die USA erhofften sich auch durch diese anfangs eine pro amerikanische Ausrichtung Afghanistans.

Knackpunkt 11. September 2001
Nicht einmal drei Wochen nach dem Einsturz des Word-Trade-Centers feuerten bereits amerikanische Schiffe und U-Boote am 30. September 2001 Raketen in das Landesinnere. Wenige Tage später griffen amerikanische Truppen in Zusammenarbeit mit Truppen der afghanischen Vereinigten Front (Anti-Taliban-Allianz)  massiv Stellungen der Taliban an, die bis dahin gut 75% des Landes kontrollierten. Vorwurf: Die Taliban unterstützten massiv durch Ausbildung, Geld und Waffen die al-Quaida der man die Verantwortung für die folgenschweren Anschläge des 11. September zuschob. Bereits im Dezember 2001 eroberten die Verbündeten die Städte Kabul, Kunduz und Kandahar. Es folgte die Einsetzung einer amerikahörigen Interimsregierung untermaut von der dringenden amerikanischen Forderung nach internationaler Unterstützung zur Erhaltung der Stabilität des neuen, demokratisierten Afghanistan.

NATO als amerikanischer Steigbügelhalter
Wieder einmal galt es also der NATO für amerikanische Interessen in die Bresche zu springen. So wurden noch im Dezember 2001 die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe – ISAF – als Garant für eine Stabilisierung der von amerikanischer Seite gewünschten Verhältnisse ins Leben gerufen. Systematisch dafür, wird sie offiziell als friedenserzwingende Mission umschrieben die aus freiwillig gestellten Soldaten und Finanzen der jeweiligen Staaten besteht. In den Massenmedien spricht man wohlwollend von einer Schutztruppe zur Sicherung des Weltfriedens. Die ersten Soldaten landeten noch vor Ablauf des Jahres 2001 im alles andere als ruhigen Afghanistan. Die Truppen wurden schnell drastisch aufgestockt und bestehen aus Soldaten aus vielen, vor allen europäischen Ländern. Eine Stabilisierung der Lage zu Gunsten der ungeliebten westlichen Weltmächte zeichnete sich in der Anfangsphase ab wird aber im Verlauf der Besetzung immer schwieriger. Immer größer die Rückschläge, Angriffe und Selbstmordattentate die vor allem aus dem völlig unkontrollierbaren Hinterland kommen.

aktuelle Lage – wenig erfolgsversprechend
Die Mission dieser, wie suggeriert, im Auftrag des Weltfriedens stehenden Schutztruppe ist nun nach über 9 Jahren noch bei weitem nicht erfüllt auch wenn man situationsbedingt an deren Zielstellung hin und wieder herumdeutelt und korrigiert. Heute sind übe 80.000 ausländische Soldaten in Afghanistan! Aber vor allem im Norden und Süden des Landes haben die Taliban über weite Gebiete wieder zu alter Stärke und Kontrolle zurück gefunden. Aus dem Untergrund verübte Anschläge auf die als Besatzer angesehenen zehntausenden Söldnern aus aller Welt, kosteten bisher über 1.200 Soldaten das Leben. Hinzu kommen hohe Opferzahlen in der Zivilbevölkerung. Eine drastische, durch die USA dringend geforderte Truppenaufstock von über 30.000 Soldaten, soll nun für eine Wende und eine endgültige Klärung der Lage in Afghanistan sorgen. Ginge es nach dem neuen Obermobilmacher, Barrack Obama ist dies bereits in 2010 der Fall – den schon in diesem Jahr so führte der Friedensnobelpreisträger noch Ende 2009 aus, ziehen die USA ihre ersten Truppen vom Hindukusch ab. Die BRD-Regierung hüllt sich diesbezüglich in größeres Schweigen, verschwommen werden Terminvorschläge ab 2011 gemacht über die jedoch beispielsweise der deutsche Verteidigungsminister wohl wenig zu bestimmen hat.

 

Immer auf dem neusten Stand sein: www.twitter.com /jnkampagne ;)

Wir unterstützen den 6.Antikriegstag! Wann? 04.09.2010 Wo? Dortmund