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Der Weg zum Schurkenstaat - Teil I - unbekanntes Land PDF Drucken E-Mail
Veröffentlicht am 17.04.2010

Hauptstadt:  Kabul – die Entfernung von Kabul nach Berlin beträgt knapp 4.800 km Luftlinie

Fläche: 652.090 km²  (zweimal größer als die BRD)

Einwohner: ca. 26,8 Mio.

Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km² (BRD: 231 Einwohner je km²)

Bevölkerungsverteilung: 20% Stadt - 80% Land

Durchschnittliche Lebenserwartung: 44 Jahre (BRD: über 76 Jahre)

Analphabetenrate: 69%

Sprache: Paschtu, Dari

Infrastruktur:
Die Straßen und öffentlichen Verkehrsmittel (Busse, Taxen) sind generell in einem sehr schlechten Zustand. Die Haupttransportmittel sind Taxen und das Fahrrad. Es gibt inzwischen eine staatliche Fluggesellschaft - die "ARIANE" (Afghan Airline). Es gibt in dem Land kein Eisenbahnverkehr. Lediglich an der turkmenisch-afghanischen Grenze fährt eine russische Bahn ca. 500 m auf afghanisches Gebiet. Dort wird sie be- bzw. entladen und fährt wieder zurück nach Turkmenistan.

Das Land grenzt im:

•    Norden an Turkmenistan / Usbekistan / Tadschikistan
•    Nordosten an China
•    Nordosten, Osten und Süden an Pakistan
•    Westen an den Iran (1.458 km Grenzlinie)

Die größten Städte sind Kabul (3 Millionen Einwohner), Kandahar (320.000), Masar-e-Sharif (300.000), Herat (255.000), Kunduz (100.000) und Dschalalabad (100.000).

Religion und ethnische Gruppen
Mehr als 99 Prozent der Bevölkerung Afghanistans sind Muslime. Sie gehören überwiegend der sunnitischen Glaubensrichtung an. Die persisch sprechenden Hasara sind eine schiitische Minderheit.
Die Bevölkerung Afghanistans besteht aus einer ethnischen Zusammensetzung. Es gibt mindestens 32 ethnische Gruppen. Die wichtigsten Gruppen bilden folgende:

•    die Paschtunen mit 40%
•    die Tadschiken mit 25%
•    die mongolische Hazara mit 15%
•    die Usbeken mit 5%


Der übrige Teil der Bevölkerung besteht aus Kafiren, Belutschen, Turkmenen, Aimak, Kirgisen und Nomaden, die 12% der Bevölkerung ausmachen.

Vegetation
Die Vegetation des Landes ist stark abhängig von den Niederschlägen und nimmt daher von Westen nach Nordosten zu. Wald kommt nur in wenigen Gebieten vor. Im Hindukusch sind die Berge unbewaldet und auch im zentralen Gebirgsland fehlt der Wald. Nur in geschützten Lagen der Täler gibt es vereinzelte kleine Wälder. Der größte Teil des Landes ist von sehr kargen Steppen und Halbwüsten durchzogen. Das Land ist alles in allem sehr unfruchtbar und absolut nicht mit uns bekannten Vegetationsverhältnissen vergleichbar.

Bodenschätze
Die bedeutendsten Bodenschätze: Erdöl (umfangreiche Lagerstätten wurden erst 2006 im Norden entdeckt), Eisen- und Kupfererze, Erdgas, Kohle und Halbedelsteine. Seit kurzem ist ein Wettlauf verschiedener finanzstarker ausländischer Investoren um den Abbau der Bodenschätze im Gange.

Geschichte

Afghanistan hatte im Laufe der Geschichte drei Namen, die das Land jeweils für Jahrhunderte behielt. Diese drei, Aryana in der Antike, Khurasan im Mittelalter und Afghanistan im heutigen Zeitalter. Allerdings gab es noch zahlreiche Königreiche.

Afghanistans Geschichte ist überseht von Kriegen. In der Antike bis zum Mittelalter wurden zahlreiche Kämpfe mit den Persern und den Indern ausgefochten. Wobei Afghanistan meistens als Sieger hervor ging. In der Neuzeit waren es die Engländer die eine weitere Sklavenkolonie für ihren Wohlstand unterjochen wollten. Der erste englisch-afghanischer Krieg war um 1838 – 1842, zweiter englisch-afghanischer Krieg war 1878, dritter englisch-afghanischer Krieg war 1919. Alle drei Kriege hatten die Engländer mit Indischen Sklavenkriegern verloren. Am Ende 1919 wurde Afghanistan als unabhängiger Staat anerkannt. Während des Kalten Krieges ließ sich die damalige Regierung auf Sowjetische Hilfe ein. Als sie nicht mehr Herr der Lage war und von den konservativen-islamistischen geprägten Kräften immer mehr in der Defensive gedrängt wurden, ließ die Sowjetunion am 25. Dezember 1979 Truppen in Afghanistan einmarschieren. Afghanistan wurde Opfer eines „Stellvertreterkrieges“. Es gelang den Sowjets jedoch nicht, den Widerstand der verschiedenen islamischen Gruppen (Mudschaheddin) zu brechen, obwohl eine waffentechnische Überlegenheit gegeben war. Afghanistan wurde von Pakistan, Saudi-Arabien, China und den USA unterstützt.

Nachdem sich die UdSSR im Februar 1989 aus Afghanistan komplett zurückgezogen hatte, dauerten die Kämpfe zwischen der von der UdSSR gestützten Regierung und den Mudschaheddin weiter an. Mit Unterstützung der Sowjetunion konnte die Regierung von Mohammed Nadschibullah überleben. Jedoch brach die UdSSR 1991 zusammen. So konnte sich Nadschibullah nicht mehr halten. Am 18. April 1992 eroberten die Truppen von den Mudschaheddin, Kabul.
Die verschiedenen Mudschaheddin-Gruppierungen begannen sofort nach der Eroberung Kabuls, sich gegenseitig zu bekämpfen. Es entbrannt ein weiterer blutiger Bürgerkrieg.

1994 war die Gruppierung der Taliban stark genug, um die Stadt Kandahar von einem lokalen Kriegsherr („Warlord“) zu erobern. Anschließend dehnten sie ihren Einfluss aus, so dass sie schon 1995 Herat einnehmen konnten. Die Hauptstadt Kabul wurde am 27. September 1996 erobert. Zum selben Zeitpunkt riefen die Taliban das Islamische Emirat Afghanistan aus, welches jedoch nur von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt wurde. Ende 1998 hatten die Taliban etwa 90% des Landes erobert. Die Opposition war auf einen kleinen Streifen im Nordosten zusammengeschrumpft. Bemühungen der Vereinten Nationen, zusammen mit im Ausland lebenden prominenten Afghanen und anderen Staaten, die Interessen in Afghanistan hatten, eine friedliche Lösung mit den Taliban zu finden, scheiterten.